We Feed No Food


Was heisst das "We feed no food"? Heute wird rund ein Drittel der weltweiten Getreideernten an Tiere verfüttert. Damit werden Milchkühe und Fleischrinder zu direkten Nahrungskonkurrenten des Menschen - Biobetriebe nutzen das in der Schweiz zur Verfügung stehende Raufutter optimal und schaffen so Mehrwerte für Konsumenten und die Landwirtschaft.

Beispielsweise bringt Biomilch, die mit möglichst wenig Kraftfutter produziert wurde, einen klaren sozialen und ökologischen Mehrwert, ohne die Tiergesundheit und Fruchtbarkeit der Milchkühe zu beeinträchtigen. Schweizer Biomilchbauern verfüttern zwischen 300 und 400 Kilo Kraftfutter pro Kuh und Jahr, im Schweizer Durchschnitt werden etwa 700 Kilo Kraftfutter eingesetzt. In Europa sind es dagegen mehr als zwei Tonnen Getreide und Körnerleguminosen.

Nicht unproblematischer ist der Kraftfuttereinsatz bei Fleischkühen. In der USA liegt der Anteil bei 80%, in Deutschland bei 50%, und in der Schweiz zwischen 20 bis 30%; Tendenz zunehmend. Nur auf Bio-Suisse-Betrieben gilt seit 2004 eine Kraftfutterlimite von 10 Prozent. Das FiBL hat vor drei Jahren das Projekt «Feed no Food» (Verfüttere keine Nahrungsmittel, aha) lanciert. Bio Weide-Beef weist insbesondere bei der Tierhaltung und bei den Biodiversitätsleistungen Vorteile auf. Deutlich tiefer als in anderen Systemen ist der Energieeinsatz pro Kilo Fleisch, was direkt mit geringerem Einsatz von Kraftfutter und auch Treibstoff zusammenhängt.

In den letzten Jahren kam es zu Hungerrevolten, weil viele Länder über keine eigene Getreideproduktion mehr verfügen. In der Schweiz wurden im Jahre 2010, 2.8 Millionen Tonnen Kraftfutter an Nutztiere verfüttert, die Hälfte davon wird aus Europa und Übersee in die Schweiz importiert. Die Verfütterung großer Mengen von Kraftfutter widerspricht zwei Grundsätzen des Biolandbaus: dem der artgerechten Tierfütterung und dem Grundsatz, dass Wiederkäuerfutter nicht in Konkurrenz zur menschlichen Ernährung stehen darf.

Im Niederried wird der Futterbedarf ausschliesslich durch Gras, Heu, Emd und Grassilage gedeckt. Im Sommerhalbjahr besteht das Futter aus Vollweide und Heu d.h. die Tiere sind nur im Stall, wenn die Insekten zu aufsässig werden oder die Weiden durch anhaltenden Niederschlag nicht mehr trittsicher sind. Im Winterhalbjahr sind die Tiere im grosszügigen Offenstall. Das war ein Bericht aus der Reihe "Vom Hof auf den Teller”. Weitere Fotos gibt es auf der Biohof Niederried Page.

Sourcen: FiBlCoop Nachhaltigkeit, Der Sonntag


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