Weniger und besseres Fleisch, was noch?


Aus meiner Tätigkeit in der Fleischvermarktung kann ich aufkommende Trends ein bisschen beobachten. Wenn sogar die Branchenorganisation den Slogan von „Alles andere ist Beilage“ zu „Der Feine Unterschied“ ändert, muss da was dran sein. Qualitätsbewusste Konsumenten sind bereit für fachmännisch verarbeitetes und gereiftes Fleisch von ganzheitlich verwerteten Tieren aus artgerechter Haltung und Fütterung gut zu bezahlen. Einerseits soll weniger und besseres Fleisch konsumiert werden. Andererseits steigt weltweit die Nachfrage nach ‚Billigfleisch’ (sprich Massenproduktion). Die Umweltbelastung ist gross, der Ruf nach Wandel wird lauter. Welche Alternativen gibt es nebst Qualitäts- und Billigfleischproduktion? Und was bedeuten sie entlang der Wertschöpfungskette für Konsumenten, Verarbeiter und Produzenten? Heute versuche ich ein grobes Bild wiederzugeben: 

Pflanzliches Eiweiss

Tofu, Tempeh und Co. versprechen auf pflanzlicher Basis Proteine zu liefern und damit den Fleischkonsum zu ersetzen.

  • Konsument: Ist eher jung und neugierig (Zunehmende Käuferschicht)
  • Verarbeiter: Vollzieht komplexe Umwandlung in Lebensmittel
  • Produzent: Pflanzt Soya, Lupinen, Weizen

Eiweiss von Insekten

Grosse Säugetiere werden durch kleine Häutungstiere erweitert um Proteine zu produzieren.

  • Konsument: Neuigierig und motiviert an neuen Lebensmittel
  • Verarbeiter: Braucht viel Wissen um aus dem ‚Rohstoff’ marktfähige Produkte zu gewinnen
  • Produzent: Züchtet neue Gattung drinnen, Mästung mit Abfällen möglich

Fleisch aus dem Labor

Zuerst muss es gelingen die Entwicklungskosten zu minimieren, und dann?

  • Konsument: Überwindet Vorbehalte zu Sicherheit- und Gesundheitsaspekten
  • Verarbeiter: Findet Wege mit neuer Materie zu arbeiten
  • Produzent: Land wird durch Labor ersetzt, Tiere braucht es nur noch für Stammzellenentnahme

Obwohl noch unklar ist wie sich diese Trends entwickeln, Alternativen sind durchaus auch als Chancen zu verstehen. Wagen ist meistens der erste Schritt zum gewinnen.

Autor: Samuel Bühlmann

Original Erschienen bei der Bauern Zeitung: : PDF Link

Bilder: Image Source: David Parry / PA Wire / Golden & Green Foods


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